Notdienst Letzte Änderung: 16.06.2021 17:00 Uhr Lesezeit: 3 Minuten

Ambulanter Notdienst im Kreis Kleve: KV Nordrhein eröffnet ab Juli drei neue Notdienstpraxen

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein etabliert zum 1. Juli 2021 insgesamt drei neue zentrale Notdienstpraxen im Kreis Kleve für die ambulante Versorgung außerhalb der Praxisöffnungszeiten – also etwa abends, nachts und am Wochenende.

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Empfang einer Notdienstpraxis

Für erwachsene Patienten werden im St.-Antonius-Hospital in der Stadt Kleve sowie im St.-Clemens-Hospital in Geldern die neuen Anlaufstellen eingerichtet. Erstmals wird es ab Juli im Kreis auch einen eigenen ambulanten Kinder-Notdienst geben. Dieser wird in einer speziellen pädiatrischen Notdienstpraxis angeboten, die ebenfalls an das Klever St.-Antonius-Hospital angegliedert ist.
Im Falle akuter, nicht lebensbedrohlicher Beschwerden können sich Patienten künftig an diesen Standorten zu den unten genannten Zeiten direkt an den ambulanten Notdienst wenden. Die Einrichtungen werden von der KV Nordrhein in Kooperation mit den beiden örtlichen Krankhäusern betrieben. Dies ermöglicht eine enge Zusammenarbeit mit dem stationären Bereich. Insgesamt werden in den Notdienstpraxen künftig rund 300 niedergelassene Mediziner aus dem Kreis Kleve wechselweise ihren Notdienst leisten.

„Die Eröffnung der drei Notdienstpraxen verbessert die ambulante Akutversorgung im Kreis und macht sie auf hohem Niveau zukunftssicher. Sie ist quasi das letzte Puzzleteil bei der Weiterentwicklung der Notdienststrukturen im ganzen Rheinland, denn bislang ist Kleve der einzige Kreis, in denen es noch gar keine Notdienstpraxen gibt und die Niedergelassenen ihre Dienste noch in eigener Praxis leisten müssen“, sagte Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein, heute im Rahmen eines digitalen Pressegesprächs. „Mit der neuen Struktur setzen wir nun auch in dieser Region die Vorgaben der Bundes- und Landespolitik um, die bei der Notfallversorgung eine enge Zusammenarbeit zwischen den niedergelassenen Ärzten und Kliniken fordern“, so Bergmann. 

Kooperation und Effizienz bei der Versorgung

Auch die Verantwortlichen der beiden örtlichen Krankenhäuser begrüßen die Einrichtung der beiden Notdienstpraxen: „Eine positive Entwicklung für die Patienten der Region“, unterstreicht Dr. med. Ronald Jelinski, ärztlicher Leiter der Zentralen Notaufnahme im St. Antonius Hospital Kleve, das jetzt auch Anlaufstelle für die ambulante Akutversorgung wird. „Patienten können sicher sein: Im Klever Krankenhaus bin ich auf jeden Fall und zu jeder Zeit richtig.“ Die räumliche Nähe von ambulanter und stationärer Versorgung ermöglicht unter dem Krankenhausdach eine gezielte Behandlung der Patienten. „Und sie verkürzt durch die sinnvolle Entlastung der Krankenhausambulanzen die Wartezeiten für alle Patienten“, ergänzt Dr. med. Jochen Rübo, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. „Das ist ein echter Mehrwert, vor allem in den infektgeplagten Wintermonaten.“

Für Christoph Weß, Geschäftsführer des Gelderner St.-Clemens-Hospitals, ist die Freude über die Entscheidung zwiegespalten: „Grundsätzlich begrüße ich die Anbindung der KV-Notfallpraxen an die Krankenhäuser in Geldern und Kleve. Erwachsene Patientinnen und Patienten profitieren von der Lösung, denn für sie werden die Wege zur Behandlung leichter und transparenter. Deshalb ist der jetzt eingeschlagene Weg aus ihrer Sicht ein Gewinn. Das ist sehr gut. Noch ausbaufähig ist für mich perspektivisch die Lösung für die Familien und Kinder im Süden des Kreises. Denn was sich für die Erwachsenenmedizin so unproblematisch durchsetzen ließ, gilt ab Juli noch nicht für die Kleinsten in unserer Gesellschaft. Ich würde mir auch für sie in Zukunft ein wohnortnahes Versorgungsangebot in Geldern wünschen.“

„Wir werden die neuen Strukturen – sowohl bei den beiden Erwachsenen- als auch bei der Kinder-Notdienstpraxis – aufmerksam evaluieren“, sagt Dr. med. Harald Meißen, Vorsitzender der KV-Kreisstelle Kleve. „Der große Vorteil aller Einrichtungen ist, dass sie sowohl für Bürger aus dem Nord- als auch aus dem Südkreis grundsätzlich gut erreichbar und unmittelbar in die Krankenhaus-Infrastruktur eingebunden sind, wodurch schwere Notfälle direkt dem stationären Bereich zugeführt werden können, während sich die niedergelassenen Kollegen um die Versorgung leichterer Gesundheitsbeschwerden kümmern können. Die Patienten erhalten dadurch gezielt die für sie medizinisch notwendige Behandlung“, so Meißen. 

Und auch für Dr. med. Wolfram Althoff, Vorsitzender der Ärztekammer-Kreisstelle für den Kreis Kleve, bringt die Neustruktur Vorteile: „Durch die zentrale Lösung entfällt für die Patienten vor allem die bislang nötige Recherche nach der jeweils dienstbereiten Arztpraxis in der Region – der Standort der Versorgung bleibt in Zukunft fix“, betont Althoff.

Zentrale Anlaufstellen für Bürger aus dem Nord- und Südkreis

Mit dem Start der Notdienstpraxen in Kleve und Geldern sind auch organisatorische Veränderungen verbunden: So bilden ab Juli die Bereiche Kleve, Kranenburg, Bedburg-Hau, Kalkar (inkl. Xanten-Marienbaum, Vynen und Obermörmter im Bereich der Kreisstelle Wesel), Goch, Uedem, Emmerich und Rees den nördlichen Notdienstbezirk, die Versorgung für diese Städte und Gemeinden erfolgt in der Notdienstpraxis Kleve. Der Notdienstbezirk Süd setzt sich aus Geldern, Kevelaer, Weeze, Issum, Straelen, Wachtendonk und Kerken zusammen – hier wird die Praxis in Geldern die entsprechende zentrale Anlaufstelle. Der bislang jeweils auf lokaler Ebene von den örtlichen Ärzten in deren eigenen Praxen wechselweise organisierte Not-dienst wird ab Juli nicht mehr angeboten. 

Getrennter Sitz- und Fahrdienst ab Juli, Hausbesuche über 116 117

Mit Einführung der Neustruktur wird es darüber hinaus eine Trennung von Sitz- und Fahrdiensten geben, sodass immer jeweils ein diensthabender Arzt die Patienten in den Notdienstpraxen Geldern und Kleve versorgen kann, während andere Mediziner der Region ausschließlich die Hausbesuche im Notdienst durchführen. Bislang behandelt der jeweils Diensthabende sowohl die ihn in seiner Praxis aufsuchenden Patienten und übernimmt zusätzlich auch die Hausbesuche. Insbesondere Bettlägerige können notwendige Hausbesuche weiterhin über die Arztrufzentrale NRW unter der kostenlosen Rufnummer 116 117 erfragen.

Adresse und Öffnungszeiten der Notdienstpraxen:

Allgemeinärztliche Notdienstpraxis Kleve im St.-Antonius-Hospital
Albersallee 5-7, 47533 Kleve 

Öffnungszeiten: 
Mo, Di und Do von 19 bis 22 Uhr 
Mi und Fr von 13 bis 22 Uhr
Sa, So, gesetzliche Feiertage, 24.12., 31.12. und Rosenmontag von 9 bis 22 Uhr


Kinderärztliche Notdienstpraxis im St.- Antonius-Hospital
Albersallee 5-7, 47533 Kleve
Öffnungszeiten: 1. April bis – 30. September:
Sa., So., gesetzl. Feiertage von 14 Uhr – 18 Uhr

Öffnungszeiten, 1. Oktober – 31. März:
Sa, So., gesetzl. Feiertage,
24.12., 31.12., Rosenmontag von 10 Uhr – 18 Uhr

Allgemeinärztliche Notdienstpraxis Geldern im St.-Clemens-Hospital
Clemensstraße 6, 47608 Geldern 

Öffnungszeiten: 
Mo, Di und Do von 19 bis 22 Uhr 
Mi und Fr von 13 bis 22 Uhr 
Sa, So, gesetzliche Feiertage, 24.12., 31.12. und Rosenmontag von 9 bis 22 Uhr

Kontakt

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Christopher Schneider