Letzte Änderung: 13.12.2022 16:52 Uhr Lesezeit: 3 Minuten

Atmen e.V.: Aktiv trotz COPD

„Corona?? Hate M’R Lang Jenoch. Jetzt Welle M’R Lecker Rievkoche!“ Der „Rievkoochewage“ war dann tatsächlich da, beim diesjährigen Sommerfest der Selbsthilfegruppe „Atmen e.V.“ aus Leverkusen.

© Atmen e.V.

Seit 2004 schon besteht die Gruppe und umfasst etwa 50 Mitglieder, viele aus der Region Leverkusen, Köln. Gemeinsam ist ihnen: Sie sind lungenkrank, leiden an COPD. Das steht für „chronic obstructive pulmonary disease“ und bezeichnet eine chronische Verengung der Atemwege. Die Erkrankung ist weltweit stark verbreitet, als Hauptursache gilt Zigarettenrauchen. COPD verläuft langsam, wobei die Lungenfunktion zunehmend schlechter wird. Typisch sind Atemnot-Anfälle, Husten und eine immer geringere Belastbarkeit. So können etwa Ankleiden oder Treppensteigen zu einer riesigen Herausforderung werden. Viele Betroffene erhalten mit der Zeit Sauerstoff über eine Nasensonde.

Rheinische Frohnaturen

Den Vorsitzenden Josef Brandl hält das Lungenfunktionsgerät jedoch nicht davon ab, für gute Stimmung zu sorgen. „Wir haben uns das Motto „Lebenslust trotz(t) Atemnot“ auf die Fahne geschrieben. Ziel ist es, das Leben trotz Erkrankung zu genießen.“ Dafür tut der Verein einiges:

  • Jeden Monat trifft sich die Gruppe in der Doktorsburg in Wiesdorf. Regelmäßig werden dazu Fachleute eingeladen, die Vorträge halten, etwa zu neuen Therapien oder zu Themen wie Patientenverfügung. Und immer wird genug Zeit zum Plaudern eingeplant, denn es soll sich ja nicht alles nur um die Krankheit drehen …
  • Jeweils eine Woche vor dem Treffen erscheint die „Atempause“, das zentrale Kommunikations- und Mitteilungsblatt mit humorig aufbereiteten Berichten. Gerade während der Coronazeit diente es als Bindeglied für die Mitglieder und hat den Zusammenhalt und Kontakt gefördert.
  • Mehrfach schon organisierte die Selbsthilfegruppe die „Leverkusener COPD-Tag“ mit zahlreichen Ausstellern und mehreren hundert Besuchern, jung und alt.
  • Dazu kommen gemeinsame Aktivitäten wie Kutschfahrten mit dem Planwagen, Schiffstour auf dem Rhein, Weihnachtsfeier. Oder auch gemeinsames Singen – im nächsten Jahr soll der Chor fortgeführt werden.

Josef Brandl bedeutet sein Engagement für die Selbsthilfegruppe sehr viel: „Die Arbeit in und mit der Gruppe lenkt mich einerseits von der Krankheit ab, und gibt mir anderseits die Möglichkeit, mich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Und das nicht nur über den Verlauf der Krankheit, sondern auch über den Umgang damit.“

Von dieser Motivation können auch andere profitieren. Neue Mitglieder sind bei „Atmen e.V.“ immer herzlich willkommen!

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite der SHG Atmen: shg-atmen.de