Service Letzte Änderung: 30.08.2022 14:34 Uhr Lesezeit: 2 Minuten

Nachgefragt: Ich muss mehrere Medikamente nehmen. Wie behalte ich dabei den Überblick?

Wer mehrere Medikamente nehmen muss, hat es oft nicht leicht: Manche muss man morgens einnehmen, manche abends; manche vor dem Essen, andere zum Essen. Alle haben andere Wirkungen und Nebenwirkungen – und manchmal fällt es schwer, den Überblick zu behalten.

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Deswegen haben seit 2016 alle Patientinnen und Patienten, die drei oder mehr Medikamente einnehmen müssen, einen gesetzlichen Anspruch auf einen Medikationsplan. Die Hausärztin oder der Hausarzt erstellt diesen Plan. Auch Arzneimittel, die Ihnen der Facharzt verordnet oder Arzneimittel, die Sie Sich selber ohne Rezept kaufen, sollten auf dem Plan ergänzt werden. Falls Sie mehrere Medikamente einnehmen müssen und noch keinen Plan erhalten haben, sprechen Sie Ihre Ärztin oder ihren Arzt gern darauf an.

In diesem Plan sind alle Medikamente aufgelistet, die Sie einnehmen – inklusive Dosierung und Art und Weise der Einnahme. Außerdem wird notiert, ob die Dauer der Einnahme zeitlich begrenzt erfolgen soll.  Der Plan wird Ihnen ausgedruckt, kann mit Ihrem Einverständnis aber auch in der elektronischen Patientenakte gespeichert werden. Lassen Sie den Plan regelmäßig aktualisieren.

Wozu ist der Medikationsplan gedacht?

  1. In erster Linie dient er den Patientinnen und Patienten, den Überblick zu behalten. Auf dem Plan erkennen Sie zum Beispiel auf einen Blick, zu welcher Tageszeit welche Tabletten eingenommen werden sollen.
  2. Der Plan – auf Papier oder in elektronischer Form – hilft Ihren behandelnden Ärzten, sich schnell einen Überblick über Ihre Medikamenteneinnahme zu verschaffen. Nehmen sie ihn also am besten mit zu jedem Praxis- und Apothekenbesuch. So können zum Beispiel doppelte Verschreibungen von Haus- und Fachärzten vermieden werden, ebenso wie mögliche Wechselwirkungen. Apotheker können Sie außerdem besser zu Medikamenten beraten, die Sie ohne ärztliche Verschreibung zusätzlich einnehmen möchten.

Unser Tipp: Geben Sie Ihren Angehörigen oder Bevollmächtigten eine Kopie des Plans. So haben sie diesen vorliegen, falls Sie zum Beispiel überraschend ins Krankenhaus eingewiesen werden müssen.

Übrigens: Der Medikationsplan ist nur Bestandteil zahlreicher Maßnahmen zur Patientensicherheit. Am 17. September ist der internationale Tag der Patientensicherheit der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Mehr dazu erfahren Sie beim Aktionsbündnis Patientensicherheit unter tag-der-patientensicherheit.de