Service Letzte Änderung: 01.06.2022 09:01 Uhr

Zehn Tipps für die Reise-Apotheke

Einige Medikamente sollten immer dabei sein, andere hängen vom individuellen Bedarf ab. Dr. med. Gregor Rupprecht, Reisemediziner und Betriebsarzt der KV Nordrhein, gibt Tipps zur Reise-Apotheke.

© KV Nordrhein
Dr. med. Gregor Rupprecht

Endlich wieder Koffer packen! Nach zwei Jahren Pandemie ist die Reiselust diesen Sommer groß, viele zieht es wieder ins Ausland. Nicht nur kurze Hosen und der Sonnenhut gehören dabei auf die Packliste, sondern auch eine kleine Reise-Apotheke. Dr. Gregor Rupprecht ist unter anderem Arbeits- und Reisemediziner. Seine Tipps:

  1. Es gibt ein paar Medikamente, die auf Reisen immer dabei sein sollten – besonders, wenn es in ein nicht-deutschsprachiges Ausland geht. Dann ist es besser, die Medikamente im Zweifel griffbereit zu haben, mit deutschsprachigem Beipackzettel. Medikamente gegen Durchfall gehören genauso in die Reise-Apotheke wie gegen Schmerzen und Fieber. Fieberthermometer nicht vergessen!
     
  2. Sie laufen mit Flip Flops am Strand entlang, erkunden auf langen Spaziergängen die Stadt oder gehen seit Längerem mal wieder wandern? Vergessen Sie nicht die Pflaster und Blasenpflaster. Eine aufgescheuerte Stelle am Fuß kann schnell die Urlaubsstimmung trüben.
     
  3. Tipp für die Flugreise: Es schadet nie, Kaugummi und Nasenspray mitzunehmen. Das hilft bei Schwierigkeiten mit dem Druckausgleich.
     
  4. Ein wirksamer Insektenschutz sollte mindestens 40 Prozent des Wirkstoffs DEET enthalten. Das ist im Ausland nicht immer gegeben und die Inhaltsstoffe zum Teil unklar. Deswegen den Schutz besser schon in Deutschland einpacken.
     
  5. In der EU gibt es Richtlinien für die Qualität von Sonnencreme. Deswegen gilt auch hier: Vor allem auf Fernreisen die Sonnencreme bereits mitnehmen. Der Sonnenbrand gehört sicherlich zu den häufigsten Urlaubs-Souvenirs und kann langfristig Hautkrebs verursachen.
     
  6. Sie müssen regelmäßig Medikamente nehmen? Dann nehmen Sie ausreichende Mengen mit – am besten mehr, als Sie für die Zeit benötigen. Es kann immer zu einer Verzögerung der Rückreise kommen. Teilen Sie die Medikamente am besten auf verschiedene Gepäckstücke auf, falls eines abhandenkommt.
     
  7. Die meisten Medikamente dürfen in üblichen Mengen ins Ausland mitgenommen werden – aber es gibt Ausnahmen, zum Beispiel bei schweren Schmerzmitteln. Im Zweifel vorher über Einfuhrbestimmungen des Reiselandes informieren.
     
  8. Diabetiker nehmen ihr Insulin meist mit ins Flugzeug. Dies sollten sie bei der Fluggesellschaft ankündigen und die Mitnahme-Bedingungen klären.
     
  9. Reisen Sie mit Kindern? Achten Sie gegebenenfalls auf eine zusätzliche Reise-Apotheke, denn nicht alle Medikamente sind gleichermaßen für Kinder geeignet.
     
  10. Sie planen eine Fernreise oder einen Abenteuerurlaub? Informieren Sie sich individuell, welche Vorsorgemaßnahmen Sie – abgesehen von den Impfungen – für die Reise benötigen. Gibt es ein Malariarisiko? Bekomme ich sicher sauberes Wasser? Nehme ich vielleicht sogar steriles Infusionsbesteck für den Notfall mit?
     

Jeder hofft, dass die Reise-Apotheke nicht zum Einsatz kommen muss. Aber wenn doch, sind Sie gut vorbereitet. Gute Reise!

Packliste Reiseapotheke

• Schmerz- und Fiebermittel

• Durchfallmittel und Mittel zum Ausgleich von Flüssigkeitsverlusten bei Durchfall, wie Elektrolyte

• Wunddesinfektionsmittel, zum Beispiel Jod

• Arzneimittel, die Erkältungsbeschwerden lindern

• Augentropfen gegen Reizungen

• Salbe oder Gel gegen Verstauchungen und Prellungen

• Wund- und Heilsalbe

• Mittel bei Insektenstichen und Sonnenbrand (für Allergiker auch das entsprechende Medikament)

• Pflaster und Verbandszeug

• Fieberthermometer

Nach Bedarf:

• Dauermedikation

• Mittel gegen Übelkeit auf Reisen

• Insektenschutzmittel